RP 3, Stahl, 1978, 18 x 65 x 17cm


Getup 2, Stahl, 1989, 106 x 79 x 70cm (Detail)


janus anticeps II, Steinzeug, 1966, 61 x 45,5 x 28cm (Detail)


Ringfigur, Steinzeug, 1966, 53 x 47 x 25cm (Detail)


J 2. Josselin, Edelstahl und Blech, 1978-1981, 34 x 70 x 40cm


Friedrich Gräsel

1927 - 2013

"Durch radikale Vereinnahmung trivialästhetischer Erfahrungen und unter Verwendung industrieller Produkte und Produktionsmethode für die Kunst, kann die Mitrealität unserer Umwelt in der Kunst gespiegelt und aufgehoben werden, - wird Kunst menschenmöglich und human."

Friedrich Gräsel in seiner Werkstattnotiz vom 6. Januar 1979

 

Friedrich Gräsel ist fest mit seiner Heimatstadt Bochum verwurzelt. Inspirationen für seine minimalistischen Objekte fand er in der Umgebung des Ruhrgebiets. Als einer der ersten deutschen Künstler gelang es Gräsel, industriell gefertigte Produkte mit technischen Funktionen in eine freie, ästhetische Komposition zu übersetzen.

In vielen Städten Deutschlands prägen Gräsels Großskulpturen den öffentlichen Raum, seine Werke sind u.a. vertreten in der Sammlung des Kunstmuseum Bochum, dem Museum Folkwang Essen oder dem Museum Morsbroich in Leverkusen.

Friedrich Gräsels formal-ästhetisches Interesse galt dem durch die Masse der Röhren umschlossenen Raum und den entstehenden Zwischenräumen. Sogar die durch das Gewicht der Skulpturen entstehenden Abdrücke auf Rasenflächen, waren für ihn Teile des Kunstwerks. Diese 'temporären Kunstwerke' dokumentierte Gräsel in zahlreichen Fotografien, aus denen er später eine Reihe von Siebdrucken entwickelte.

Seine material-ästhetische Vielfalt ist groß. Gräsel war äußerst experimentierfreudig und suchte ständig nach neuen Materialien und Formen. In den frühen Jahren arbeitete er mit Keramik, später entstanden dann Röhrenmontagen aus Faserzement und Kunststoffröhren und ab 1970 vorwiegend Werke aus Stahl. Viele seiner Montagen sind variabel und können zu immer wieder neuen Formationen gedreht, gesteckt und arrangiert werden. Gräsels Begeisterung für die dreidimensionale Form in der Umgebung mündete in seine Faszination für den Menschen als ein hochkomplexes System von Röhren (Blutgefäße) und Verdichtungen (Organe). In diesem Zusammenhang entstand sein umfangreicher Werkzyklus "Arbeitsfeld Herz". 2001 erfolgte die Friedrich-Gräsel-Schenkung für Wissenschaft und Kunst an der Ruhr-Universität Bochum, der der Künstler insgesamt 47 Plastiken und Zeichnungen schenkte.

1969 gründete Friedrich Gräsel zusammen mit anderen Künstlern die Künstlergruppe B 1, die sich nach der durch das Ruhrgebiet führenden Bundestraße Nr. 1 benannten. Die Gruppe B 1 war eine informelle Gruppe junger Künstler, darunter neben Friedrich Gräsel u.a. auch Günther Dohr, Kuno Gonschior, Ewerdt Hilgemann oder Ferdinand Spindel, deren Ziel in der Reflektion gesellschaftlicher und ökonomischer Bedingungen lag. In ihrem Manifest formulierten sie den Anspruch, die Umgebung der B 1 und die industrielle Landschaft durch die Ästhetik ihrer Objekte aufzuwerten.

An diesen Gedanken der Einbettung der Skulptur in die Natur knüpft VAN HAM Kunstauktionen an und hat drei monumentale Skulpturen Friedrich Gräsels auf dem Außengelände von VAN HAM Kunstauktionen in der Hitzelerstraße aufgestellt, die seitdem für große Aufmerksamkeit sorgen.